Die Wildalm…
…die wahrscheinlich letzte Sterlichtoase Europas?

Auf der Wildalm in Pusterwald, einer kleinen Gemeinde im Murtal, Stmk., wird durch Dr. Günther Wuchterl, Leiter der Kuffner-Sternwarte in Wien- Ottakring, seit Ende Mai 2020 eine Dunkelheitsmessung auf der Wildalm durchgeführt.

Ziel ist es, nach ca. 1 Jahr die Annahme, dass auf der Wildalm einer der dunkelsten Orte in Europa ist, mittels Messdaten nachweisen zu können und in weiterer Folge Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren.

Durch künstliches Licht der Städte sind  in einer sternklaren Nacht fast keine Sterne mehr sichtbar, da das menschliche Auge diese Sterne durch die Lichtverschmutzung der Stadt  nicht mehr wahrnehmen kann. Leider gibt es nur mehr ganz wenige Orte, wo das menschliche Auge nach einer gewissen Gewöhnungszeit die Sterne freiäugig sehr klar erkennen kann.

Die Wildalm ist ein solcher Ort. Hier kann man sogar mit freiem Auge  erkennen, wo manche Satelliten ihre Bahnen ziehen.

Ein Blick auf ein Handydisplay reicht und das menschliche Auge braucht mind. 45 Minuten, wenn nicht länger, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen und etwas wahrzunehmen.  Deshalb ist es auch von Vorteil, dass wir auf der Wildalm keinerlei Handyempfang haben.

Warum ist die Vermeidung von Lichtverschmutzung überhaupt so wichtig?

Es gibt Tierarten, die sich bereits auf einen veränderten Tag-Nacht Rhythmus gewöhnen. Des weiteren reagieren manche Pflanzen auf die veränderten Lichtverhältnisse. Diese Veränderungen passieren sehr langsam, für uns nicht klar erkennbar, doch bedeutet dies einen Eingriff in die Natur, mit Folgen, die wir gar nicht abschätzen können zum jetzigem Zeitpunkt.

Lt. Dr. Wuchterl würde es schon sehr viel helfen, wenn Scheinwerfer, welche z.B. Gebäude anstrahlen und somit auch in den Himmel strahlen, anders eingestellt werden, um die Lichtverschmutzung etwas einzudämmen, also in Wirklichkeit keine unzumutbaren Maßnahmen, welche man setzen kann. Die Straßenbeleuchtung in Pusterwald wurde vor gar nicht langer Zeit geändert, jetzt wird nur mehr die Straße ausgeleuchtet, nicht mehr der Himmel. Dies ist energiesparender und hilft mit, die Nacht dunkel zu erhalten.